Egon Bahr

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Egon Bahr

Beitrag von Toska » 20.08.2015, 08:21

Er war einer der prägenden Politiker der SPD: Jetzt ist Egon Bahr gestorben. Das bestätigte seine Partei am Donnerstag. Der frühere Bundesminister wurde 93 Jahre alt. "Egon Bahr war ein großer Politiker. Mit ihm verliert die SPD eine große Persönlichkeit", schrieb die SPD-Fraktion im Europaparlament über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Bahr galt als enger Vertrauter des früheren Bundeskanzlers und SPD-Chefs Willy Brandt. Er gestaltete die von Brandt eingeleitete Ostpolitik entscheidend mit. Von ihm stammt der Gedanke "Wandel durch Annäherung". Zunächst war Bahr ab 1969 Staatssekretär im Bundeskanzleramt, später wurde er Bundesminister für besondere Aufgaben, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Bundesgeschäftsführer der SPD.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 48962.html
Das war der einzige (ex)Politiker, den ich auf ein Bier eingeladen hätte. Zwar in der falschen Partei, aber immer ganz vorne (in der zweiten Reihe) dabei, die Fäden zu ziehen, Vorzudenken und andere das Lob einheimsen zu lassen. Die Bücher, die er nach seiner aktiven Zeit in der Bundespolitik geschrieben hatte? Alle super spannend und lesenswert und mit vielen Infos über Hintergründe und teilweise recht haarsträubende Anekdoten.

Von der Sorte wie er einer war bräuchten wir mehr. Heute mehr denn je.
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Beitrag von Lord_Vader » 21.08.2015, 07:24

Frei nach fefe, nun ist auch der letzte aufrechte Mann der SPD umgefallen. :(
<~>
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Beitrag von Toska » 21.08.2015, 16:26

Leider wahr. Und es ist fast schon beschämend, dass der beste Nachruf auf ihn in der "Jungen Freiheit" kam. Bahr hat damals ziemlich Prügel dafür bezogen, dass er denen mal ein Interview gegeben hat.
Persönlich sagte Bahr mir danach, wie egal ihm diese Kritik gewesen sei, obwohl sie auch aus seiner eigenen Partei gekommen war, und munterte mich sogar mit der Belehrung auf, daß die JF keinen Grund habe, sich für irgendetwas zu schämen und ruhig Selbstbewußtsein zeigen könne. Das tat er selbst und lud uns beim nächsten Interview gleich wieder ins Willy-Brandt-Haus ein, woraufhin die Kritiker kapitulierten.

2011 griff er dann für die JUNGE FREIHEIT gar selbst zur Feder.

Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutsc ... ch-kehren/
:hehehe:
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Beitrag von cubi » 21.08.2015, 18:35

Ich lese dieses Neokon-Schmierblädchen und Hauszeitung rechter Burschenschaften eher selten. Keine Ahnung was einen Spezialdemokraten dahin treibt. Aber die NSDAP hatte ja auch "sozial" im Namen, .. oder so! :roll:
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Beitrag von Toska » 21.08.2015, 19:00

Ich lese da ab und an mal Artikel, wenn z.B. wie damals dort was aufschlägt, was außer der Reihe ist. Wie halt wenn Egon Bahr da schrieb oder interviewt wurde.

Der Gag ist ja noch, dass diese Reflex-Abwehrhaltung "Iiih, mit sowas redet man nicht!" ja wirklich Querbeet geht. Netzpolitik hat sich ja neulich auch selbst-beweihräuchert, als sie Russia Today kein Interview geben wollten und alle Welt das wissen ließen. Was soll denn sowas? Wenn jemand (oder etwas) wirklich so Scheiße ist, dann bietet das Gespräch doch die beste Möglichkeit, die auflaufen zu lassen. Allerdings könnte es dabei dann auch passieren, dass dabei Vorurteile nicht bestätigt würden. Und 's wäre doch schade drum, wenn lieb gewordene Vorurteile beerdigt werden müssten.

Da geht doch gleich das ganze schwarz-weiße Weltbild den Bach runter. :hehehe:
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Beitrag von cubi » 21.08.2015, 20:27

Ich seh grau! :D Hat aber auch was mit dem Alter zu tun! Die haben sich vom Ministürmer schon etwas weiter in Richtung konservatives Bürgertum entwickelt und sind oberflächlich gemäßigter geworden. Bleibt denen ja bei der bescheuerten Rechts!!!Lage (Muhaha) in Deutschland nix anderes übrig, so sie überleben wollen. Ich persönlich will mit den Pennern nix zu tun haben und halte mich fern von diesem Typus Mensch wenns geht. Wenns nicht geht, versuch ich mich mit denen so gut zu vertragen wie möglich. So gehts mir auch mit deren Postillen. Interessieren mich nur peripher und haben für mich auch keinen wirklichen Nährwert.
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Beitrag von Toska » 22.08.2015, 07:33

cubi hat geschrieben:Die haben sich vom Ministürmer schon etwas weiter in Richtung konservatives Bürgertum entwickelt und sind oberflächlich gemäßigter geworden.
Ja, das ist in der Tat krass. Die komplette Medienlandschaft ist so im links/rechts Spektrum verrutscht, dass man den Postillion mittlerweile schon als seriöse Berichterstattung sehen kann. :lol:

Hat man ja bei der Griechenland-Rettungskapet-Nummer-Drei Abstimmung auch gesehen: Rein von den "Nein"-Stimmen her war die CSU mit mehr Abgeordneten auf der Linie der Linken als SPD und Grüne.

Bekommen wir nach Merkel vielleicht eine Minderheitsregierung aus CSU + Linke? :D
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