
F-22:
Die USA haben beim letzten Hurricane böse einen auf die Mütze bekommen: Der Hurricane "Michael" zog auch über die Tyndall Air Force Base, wo die meisten F-22 stationiert sind. Kein einziges Gebäude wurde verschont und der Luftwaffenstützpunkt ist für länger außer Dienst. Alle F-22, die fliegen konnten wurden vorher ausgeflogen. Aber der Hurricane war zu schnell: 72h von der Bildung bis zum Eintreffen auf der Basis. Die F-22 hat notorisch geringe Einsatzbereitschaft (nur 50% aller F-22 sind in der Regel flugbereit und nur 20% voll einsatzbereit) und von den 55 F-22 in Tyndall blieben 17 in Hangars zurück und wurden beschädigt.
Siehe: http://www.thedrive.com/the-war-zone/24 ... ne-michael
Um mal eine Hausnummer zu nennen: Die USA hatten eine F-22 (Seriennummer: 91-4006) frisch ab Endmontage eingelagert. Im Status maximale Konservation wurde das Ding in 2010 präpariert, so dass man es jederzeit wieder reaktivieren konnte. Im August 2017 wurde es nach sieben Jahren Lagerung dann wieder ausgepackt und flugfertig gemacht. Dabei hat man dann auch gleich alle Verbesserungen und Modernisierungen durchgeführt, welche zwischenzeitlich an den aktiven F-22 durchgeführt wurden. Aufwand: 30 Mio Dollar und 70.000 Arbeitsstunden!
Daneben hatte man die Tage noch zwei andere F-22, welche größere Schäden bei Havarien zu sich zogen: Einmal Triebwerksbrand und eine Bauchlandung.
Von den ursprünglich 187 angeschafften F-22 sind bislang nie mehr als 150 aktiv gewesen und davon fallen nun für längere Zeit etwa 20 wegen Schäden durch Hurricane und Flugunfälle aus.
Es gibt immer wieder Stimmen in den USA (und Japan!), die fordern dass die F-22 Produktion wieder aufgenommen werden muss. Japans Premierminister wahr mehrmals deswegen bei Trump und die Japaner wollen am liebsten einen Hybriden: Aerodynamisch und von den Luftkampffähigkeiten her soll es F-22 sein, von der Avionik, Sensorik und Vernetzung her soll alles was Strom braucht und blinkt an die F-35 angelehnt sein. Die Japaner wollen notfalls die Vorfinanzierung für die Entwicklung und Produktion leisten.
Indessen hat eine bislang geheimgehaltene Studie der USA ergeben, dass die Wiederaufnahme der F-22 Produktion und Anschaffung von 75-100 weiteren leicht modernisierten F-22 rund 50.3 Milliarden USD kosten würde.
F-117 <-> Drohnen
Ich bin die Tage auf einen sehr interessanten Artikel von Tyler Rogoway gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten will. Da geht es um UCAV's - also unbemannte Kampfdrohnen.
Wen es interessiert: Hier der Origina-Artikel in Englisch und weiter unten meine Zusammenfassung der wichtigen Punkte: http://www.thedrive.com/the-war-zone/38 ... r-vehicles
Vergesst mal Predator und Reaper, die bestenfalls Wegepunkte autonom abfliegen können und bei denen ständig einer im Container daheim sitzt und die Dinger lenkt.
Semi-Autonome Drohnen wie die RQ-4 Global Hawk? Pfft. Uninteressant!
Nein, sowas hier:

Das war die Boeing X-45. Stellt euch folgendes Szenario vor: Diese beiden Drohnen starten autonom. Nach dem Start bleiben sie im absoluten Tiefstflug bis ins Zielgebiet und steigen dabei nie höher als 300 Fuß über Grund. Bis zum IP (Initial Point vor dem Ziel) fliegen sie Flügel an Flügel in engster Formation und teilen sich dann auf. Tauschen ständig alle Sensordaten untereinander aus. Ihre Zielvorgabe war es, einen Bunker mit einer 2000-Pfund GPS-gelenkten Bombe auszuschalten. Plötzlich registriert eine der beiden Drohnen ein Zielsuchradar und stuft es automatisch als S-300 ein. Meldet es an die andere Drohne. Beide tauschen sich aus und wer von Bombenzuladung, Position und Geschwindigkeit am besten aufgestellt ist, schaltet die SAM-Stellung aus. Die andere Drohe geht kurz auf Höhe und lässt sich - als Ablenkung - vom Radar aufschalten und die andere haut voll drauf. Weiter zum Bunker. Eine schmeisst die Bombe, die andere macht Battle-Damage-Assessment und prüft die Umgebung auf weitere Bedrohungen. Beim Heimflug entdecken sie eine weitere SAM und haben die Wahl, sie entweder zu umgehen, oder ebenfalls platt zu machen und entscheiden sich für den Kill.
Unter Kennern von Angriffsprofilen von Kampfflugzeugen ist so eine Mission der Hattrick und die Krone der "Eisenwerfer" unter den Kampfbombern. Ein gut eingespieltes Team aus Rottenführer und Wingman (und je nach Flugzeugmodell auch deren Waffensystemoffizieren) muss hier extrem eng zusammen arbeiten. So eng, dass ein Grunzen oder "Kurzhand-Befehl" über Funk (oder lediglich ein bestimmtes Schlackern des Fliegers) dem Wingman signalisiert, was zu tun ist. Rottenführer und Wingman müssen sich quasi ohne Worte verstehen, um so eine Mission perfekt hinzulegen und tun das unter extrem hohen Risiko.
Israelische F-4E Phantoms sind solche Einsätze z.B. im Yom-Kippur-Krieg mit 540 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit (1.000km/h) geflogen und haben von Start bis Landung 300 Fuß Höhe (91 Meter) nur beim Pop-Up-Manöver beim Bombenabwurf überschritten.

Die Amis haben das mit den X-45 Drohnen ebenfalls demonstriert und deren IT und "künstliche Intelligenz" war so schlau, das komplett autonom hinzubekommen. Und das waren nur zwei Drohnen. Man stelle sich mal vor, ein Schwarm von 20, 30, 100 autonomen UCAVs schwirrt herum, tauscht Daten untereinander aus und stimmt sich ab, wer wann was plattmacht. Und der Mensch sitzt nur noch als Zuschauer dabei und justiert die Kill-Parameter ein wenig nach, sofern er nicht auf der Gegenseite das Opfer spielt und keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt.
DAS WAR IM JAHR 2002-2005!!!!
Was hattet ihr 2002-2005 für PCs und Handys? Könnt ihr euch noch erinnern? Nein? Doch? Oh. Und die Amis legten damals mit Drohnen und nicht viel besserer Technik so einen Hattrick hin. Was geht denn bitteschön heute?
Was ist mit dieser Technik passiert? Warum hört man nichts mehr davon?
Aus dem X-45 Programm ging das J-UCAS Projekt einher, an dem DARPA, US Airforce und US Marine beteiligt waren. Die Navy hatte schon Northrop an einer Drohne am werkeln (Northrop Grumman X-47A), die Airforce hatte Boeing mit der X-45 am Start und in 2005 stieg DARPA aus dem Projekt aus. In 2006 sagte auch die Airforce: "Nö, lasst mal stecken. Kein Interesse, kein Bedarf."
Die Navy bastelte alleine weiter und das Resultat sind extrem wenig ambitionierte Projekte wie die MQ-25 Stingray oder die neue robotische Tanker-Drohne, die von Trägern aus starten kann und bemannte Jets betanken soll.
Skunk Works
Lockheed Martin: Die "Macher" (Entwickler) von Legenden wie der Constellation, der F-104, C-130, der SR-71, der F-117, F-22 und F-35 sind bislang beim Thema Drohnen eher kaum in Erscheinung getreten. Während Boeing die X-45 in der Mache hatte, kam von Lockheed offiziell nichts. Deren streng geheime Entwicklungsabteilung "Skunk Works" ließ nichts verlauten.
Dann landete auf einmal am helllichten Tag eine bislang unbekannte Drohne auf dem Luftwaffenstützpunkt Kandahar in Afghanistan. Man machte sich nicht mal mehr die Mühe, das Ding zu verbergen, weil es offensichtlich schon ein alter Hut war. Die RQ-170 Sentinel, entstanden bei Skunk Works. Wann genau und wie lange die schon flog? Weiß keiner. Es ist eine recht große Aufklärungsdrohne, welche wie eine verfettete Miniaturausgabe der B-2 aussieht.
Als die US-Marine ihre Ausschreibung für die Tanker-Drohne machte, tauchte Lockheed aus der Versenkung auf und reichte ein Angebot ein, welches wie eine modernisierte und angepasste Nachfolgeversion der RQ-170 aussah. Doch Boeing bekam den Zuschlag der Marine für den wenig ambitionierten Robot-Tanker.
F-117 "Nighthawk"
Dieser Stealth-Bomber der USA hatte eine besondere Nischenstellung in der US-Luftwaffe. Seine einzige Mission war die Penetrierung eines extrem gut verteidigten Luftraums, um dann zwei lasergelenkte 2000-Pfund-Bomben vom Typ GBU-27 in ein Ziel von der Größe eines Fußballtors zu werfen.
In 2008 wurden die F-117 außer Dienst gestellt und so eingemottet, dass man sie bei Bedarf in kürzester Zeit wieder aktivieren kann. Die USA haben kein anderes Flugzeug, welches die Rolle der F-117 übernehmen kann. Die F-35 kann es nicht, die F-22 kann es nicht. Die B-2 könnte es *vielleicht*, aber dann muss man wirklich sicher sein, dass das Ziel den Einsatz und möglichen Verlust von mehreren Milliarden USD wert ist. Bliebe nur noch die B-1 (unter hohem Risiko) oder der Einsatz mehreren Dutzend Kampfjets der 4. Generation (F-15, F-16, F-18 in Kombination mit B-1 und ggf. B-2). Der Wegfall der F-117 ist durch kein anderes bemanntes Flugzeug zu kompensieren.
Dennoch: Aus den Reihen der US Airforce kamen NULL kritische Stimmen, welche den Weggang der F-117 beklagten. Warum eigentlich? Die heulen doch sonst bei jedem potentiellen Fertigkeitsverlust. Es wurde aus nicht-US Militärkreisen verlautet, dass die USA vermutlich Zweifel an der Überlebensfähigkeit der F-117 angesichts modernerer russischer Luftabwehrsysteme hätten. Kann sein, aber möglicherweise auch nicht.
Verdacht:
Die F-117 wurden ausgemustert, weil unbemannte vernetzte Drohnen nach dem Prinzip der X-45 die Aufgabe der F-117 zu einem Bruchteil der Kosten und für null Risiko für die nicht vorhandenen Crews ausführen können. Und diese Drohen gibt es anscheinend bereits seit oder spätestens kurz nach der Außerdienstellung der F-117 im Jahr 2008.
Wenn ja, dann kann man zu 90% Sicherheit darauf tippen, dass die Dinger bei Skunk Works entwickelt und gebaut wurden, weil die für solche innovativen Leuchtturmprojekte prädestiniert sind. Die werkeln seit der U-2 auch in Area-51 rum und testen ihre Neuentwicklungen dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit und strenger Geheimhaltung. Bislang war noch fast jedes Lockheed-Produkt der Konkurrenz um einige Nasenlängen voraus und die streng gegeneinander abgeschottete Waffenentwicklung der verschiedenen Anbieter in den USA führt oftmals dazu, dass jemand das Rad neu erfindet.
Warum kein Bilder existieren? Keine Ankündigungen? Zehn Jahre lang gibt es die vermutlich schon? Wozu sollte man es auch an die große Glocke hängen? Es reicht, wenn die Drohnen irgendwo in einem Bunker stehen und regelmäßig gewartet werden, so dass sie auch anspringen, wenn sie denn mal gebraucht werden. Man muss sie nicht unnötig Flugzeugsprit in Lärm verwandeln lassen, um neue Piloten zu trainieren oder die Fertigkeiten von bestehenden Piloten zu erhalten und zu verbessern. Selbst die handvoll "Operator" der Drohnen-Schwärme kann man am Simulator ausbilden und trainieren lassen.
- Man braucht für eine Combat-Wing (3 Staffeln, 72 Flugzeuge) keine 4500 Mann Personal.
- Laufende Kosten? Minimal.
- Anschaffungspreis der Drohnen? Für eine F-35 bekommt man vermutlich vier, fünf oder gar acht Drohnen.
- Drohnen müssen auch nicht (wie Kampfjets) 20-30 oder 40 Jahre halten und +10.000 Flugstunden abkönnen. Man kann sie daher billiger und simpler bauen und neue verbesserte Modelle in Tranchen kaufen.
- Pilotenausbildung? Fällt weg.
- CSAR (Combat Search und Rescue für abgeschossene Piloten)? Kann man sich sparen.
Bei Kampffliegern will man gerne alle auf einem Stand haben. Aus Sicherheitsgründen, vom Training her und zur Vereinfachung der Wartung. Aufrüstungen auf neuen Stand der Technik? Wenn ja, dann die komplette Flotte. Bei Drohen ist das egal. Da werden notfalls ein paar Parameter neu justiert oder die Software aktualisiert und dann schiebt man da neue Sensoren rein oder macht sie fit für neue Waffen oder Gegenmaßnahmen. Die tauschen sich im Schwarm ja sowieso aus, wer was kann und wenn nur jede 10. Drohne den "neuen Sensor" hat, profitieren durch den Datenaustausch während des Fluges alle anderen Drohnen ebenfalls davon.
Luftkampf: Die Königsdisziplin. Kann eine unterschall-schnelle Drohne es mit einer Su-35, einer J-20 oder gar der Su-57 aufnehmen? Nö, sicherlich nicht. Wenn eine Su-35 aber auf einmal 30 Drohnen an der Backe hat, ist es egal, welche Drohne die treffende Rakete abgefeuert hat, denn die Su-35 kann nicht alle 30 Drohnen auf einmal bekämpfen und wird sie selbst bei moderatem Stealth der Dronen erst auf kurze Entfernung zu sehen bekommen, weil sie relativ klein sind und wenig Rückstrahlfläche haben.
Nur eine Spekulation?
Lasst mich mal an einen grottigen Hollywood-Film erinnern: "Stealth" (2005)
IMDB: https://www.imdb.com/title/tt0382992/
Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Stealth_(film)
Youtube-Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=0MszRS9YuSw
Der Film floppte mit einem Verlust von 111 Millionen USD an der Kinokasse. Gedreht wurde unter anderem auf den Trägern USS Nimitz and USS Carl Vinson und man muss wissen, dass das US-Militär extrem selektiv ist, was Dreherlaubnisse auf Trägern angeht und dass eine Beteiligung des Militärs an der Produktion nur erfolgt, wenn man mit sowohl mit dem Drehbuch, der "Message" des Films und der Endfassung des Films zufrieden ist. Im Jahr 2005 sah man im US-Militär also deutlich das Potential der Drohnen und wollte diese Message pushen. Doch tatsächlich soll man dieses Zukunftsfeld 13 Jahre lang *nicht* beackert haben? Eine TANKER-Drohne (robotic trash-hauler!) ist das einzige, was man vorzeigt?
Ja nee. Ist klar.
Fakten:
- F-35: Entwicklung startete 1992. Prototyp flog in 2000. Erstflug der ersten "Serienmaschine" 2006. Produktion läuft seit 2018 auf voller Kapazität. Bislang etwas mehr als 320 Stück gebaut, Stückpreis im 11. Baulos zwischen 90-115 Mio USD je nach Modell. Projektkosten bisher offiziell rund 1123 Milliarden USD.
- F-117: Wurde 2008 außer Dienst gestellt.
- F-22: Produktion *sollte* vorzeitig in 2006 eingestellt werden, aber Gerangel im Kongress streckte das bis in Jahr 2011.
- A-10: Sollte 2006 außer Dienst gehen, aber auch da sorgte heftige Gegenwehr im Kongress und bei der US Army dafür, dass sie (noch) im Dienst sind.
- B-3: Neuer Stealth-Bomber. Von der Größenordnung zwischen F-22 und B-1 angesiedelt. Optional bemannt oder autonom. Ewig angekündigt, aber immer weiter in die Zukunft verschoben.
- Nachfolger der F-22 oder irgend etwas nach der F-35 ist noch nicht mal angedacht. Es gibt für die 6. Generation an Fightern zwar Konzepte der Flugzeughersteller, aber kein sichtbares Interesse der US Airforce oder US Navy. In spätestens 5 Jahren müsste man aber anfangen, sich Gedanken zu machen und die Finanzierung dafür organisieren damit in ca. 2035 die Serienfertigung anfangen kann.
Die Überalterung der F-15, F-16 und F-18 Flotten der USA und Außerdienststellung oder ausgesetzte Modernisierung bestehender Flieger reist seit 20 Jahren massive Lücken in die Fertigkeitsliste der USA: SEAD/Wild Weasel, CAS/TIC-Missionen ("Troops in Contact"), Long Range Penetrator-Strike ... geht alles nicht mehr, oder nur noch auf kleiner Flamme mit größerem Risiko, weil dedizierte Flieger dafür nicht mehr da sind oder technologisch veraltet. Selbst bei Nahkampf-Unterstützung von Bodentruppen im Gefecht schickte man zuletzt in Syrien B-1, B-52 und C-130 Gunships, weil nur sie die Reichweite hatten *und* verfügbar waren.
Die Einstellung der F-22 (und ein Einfrieren der Weiterentwicklung der verbauten Systeme) macht auf einmal Sinn, wenn man begriffen hat, dass man für den Preis eines 350 Mio Dollar Wunderfliegers rund 10-15 Drohnen kaufen kann. Die auch im Unterhalt billiger sind und eine deutlich höhere Verfügbarkeit haben.
F-35: Warum macht es Sinn, einen Flieger zu bauen, der zu langsam ist, im Luftkampf keinen Stich macht, kaum Waffen tragen kann, aber ein fliegendes Heimkino an vernetzten Sensoren mit sich bringt? Die Sensoren der F-35 und ihre Möglichkeit des sicheren und schwer zu erkennenden Datenaustauschs mit allen möglichen Plattformen am Boden, in der Luft oder im Orbit sind *zu* gut, als dass es sich für einen Kampfjet wirklich rechnet. Zumal die F-35 trotz ihres Stealth nicht wirklich in gut verteidigten Luftraum wagen kann und wenn doch, kann sie weder ausreichend Waffen tragen, um sich den Weg freizukämpfen, noch kann sie wegrennen oder besonders gut ausweichen, wenn es eng wird. Kritikpunkte gab es an der F-35 genug und dennoch hat sie sich gegen alle Kritiker durchgesetzt, auch wenn das absolut unlogisch erscheint, sofern man sich auf öffentliche Quellen verlässt.
Wie sähe es denn aus, wenn die F-35 autonome oder semi-autonome Drohnen-Wingmen bekäme und diese aus sicherer Entfernung gegen Bedrohungen schickt, die sie mit ihren überlegenen Sensoren aus weiter Entfernung aufgespürt hat. Die Drohnen würden ihr den Weg freibomben und dabei ebenfalls als Augen und Ohren dienen und Sensordaten übermitteln. Weitere Drohnen würden bei der F-35 bleiben und Waffen gegen Luftkampfziele abschießen, welche die F-35 ihnen zuweist. Die interne Onboard-Bewaffnung der F-35 (2x Sidewinder, 8x AMRAAM) wäre dann nur das Ultima-Ratio für den Eigenbedarf wenn die Sache schief geht.
Solange die Gegner nur Kopfwindelträger sind, kann man die Drohnen als "Ass im Ärmel" daheim lassen.
Diese Überlegungen und der Fakt, dass die USA seit 1992 die Entwicklung von Fightern und Bombern praktisch eingestellt, bzw. auf die F-35 konzentriert haben UND seit 2005 die sichtbare Drohnen-Entwicklung auf Eis liegt legen den Verdacht nahe, dass man seit Mitte der 00'er-Jahre hier ein Eisen im Feuer hat, welches man (noch) nicht zeigen will. Denn rund 2005-2006 wäre mit Produktionsstart der F-35 an sich die Planung des Nachfolgers losgegangen. Wenn schon im Jahr 2002 vollautonome Kampfdrohnen die Arbeit von eingespielten SEAD-Spezialisten übernehmen konnten, wäre man extrem schlecht beraten gewesen diese Fähigkeit in die Tonne zu drücken und nicht weiter zu pflegen.
So dumm war sicherlich keiner, von daher wird man vermutlich ab 2005 auf dieses Pferd gesetzt haben und schweigt sich einen in den Bart.
Die F-117 wurde übrigens 1983 in Dienst gestellt und erst 1988 gab man ihre Existenz offiziell zu. Und die ist in der Zeit regelmäßig von Tonopah (Nevada) aus geflogen. Die hatten zwei eigene private (komerzielle) Luftflotten im Dienst, welche rund 22.000 Passagiere in 300 Flügen MONATLICH von Nellis AFB nach Tonopah und zurück flogen und dennoch ist fünf Jahre nichts durchgesickert. Überlegt mal, wie lange man die Existenz von einer Drohnenflotte geheimhalten kann, die "nur" im Hangar steht und kaum bewegt wird.
Russen - Su-57
Und auf einmal macht es auch Sinn, warum die Russen sagen, dass sie "vorerst keinen Bedarf haben, den absolut überlegenen Super-Jäger Su-57" anzuschaffen. Obwohl die Kiste fast reif für die Serienfertigung ist. Weil: Alter Hut. Die Su-57 dürfte in vielen (wenn nicht sogar fast allen) Feldern selbst der F-22 nicht das Wasser reichen und das ist Technik auf dem Entwicklungsstand von 1998. Die Russen dürften das mittlerweile eingesehen haben, können und wollen es aber nicht öffentlich eingestehen. Vielleicht findet sich ja noch ein Exportkunde.

China
Wer baut wie bekloppt Dronen? Ständig neue Modelle? Alle mit größtenteils unbekannten Fähigkeiten? Richtig geraten. Man kann vermuten, dass die Chinesen noch lange nicht so weit bei dem Thema sind, wie es die USA in 2002-2005 waren. Aber sie haben wohl erkannt, wie der Hase läuft und buttern recht viel in das Thema rein.
Schöne neue Welt? Wir werden sehen ...
