Ukraine

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Herr Rossi
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Re: Ukraine

Beitrag von Herr Rossi » 09.06.2022, 23:45

Übrigens zu den Gegenreaktionen Russlands auf die Sanktionen:

https://tfiglobalnews.com/2022/06/03/ru ... -supplies/

Russland liefert seine Edelgasprodukte nicht mehr an "befeindete" Staaten. Davon sind ein Menge Industrien betroffen, im besonderen die Automobil- und Halbleiterindustrie. Der Marktanteil Russlands war hier definitiv relevant, wie schnell man eigene Produktionen aufbauen kann, weiß ich nicht. Es kostet Russland aber laut eigenen Angaben lediglich eine Wirtschaftsleistung im zweistelligen Millionenbereich (Dollar), führt aber -wenn es erfolgreich ist- zu einer großen Kettenreaktion in der Veredelung bis hin zum Endprodukt bei unseren Industrien.

Edit: China hat gerade seine Handelsdaten für Mai veröffentlicht:

http://www.customs.gov.cn/customs/30224 ... index.html

Der Import aus Russland ist um fast 50% gestiegen, der Export ist allerdings praktisch unverändert geblieben (bzw. lediglich um ca. 7% gestiegen). Das spricht dann wohl eher dafür, dass China im Moment nicht als Proxy für Russland dient, um an sanktionierte Waren zu kommen. Da liegt Toska mit seiner Annahme im Moment wohl richtig.

Edit2: Das hier ist auch heftig:

https://www.ifo.de/node/69812

"Die Materialknappheit auf deutschen Baustellen hat ihren Höchststand seit 1991 erreicht. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich die Lieferprobleme bei Baustoffen drastisch verschärft. Die Materialpreise legen infolge der Knappheit und höheren Energiekosten weiter zu. Aufgrund der steigenden Baukosten und der höheren Zinsen kommt es nun besonders im Wohnungsbau vermehrt zu Auftragsstornierungen“, sagt ifo Forscher Felix Leiss. Im Hochbau lag der Anteil der Unternehmen, die Knappheit meldeten, im Mai bei 56,6 Prozent, nach 54,2 Prozent im Vormonat. Im Tiefbau wurden 44,8 Prozent ermittelt. Von diesen Unternehmen berichteten wiederum 91,1 Prozent, dass der Krieg in der Ukraine die Materialengpässe verschärft habe. "

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Re: Ukraine

Beitrag von Herr Rossi » 10.06.2022, 13:02

Man kriegt es hier kaum mit, aber Frau Lyudmyla Denisova, die viele der ukrainischen Gräultatengeschichten geliefert hat, die angeblich von russischen Soldaten begangen wurden, ist das alles ein wenig um die Ohren geflogen oder anders gesagt: Das war alles ausgedacht, halt Propaganda. Jens Berger hat dazu heute eine Zusammenfassung geschrieben:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=84712

Überraschend finde ich das nicht. So ist halt Krieg und es sind vergleichbare Muster.

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Re: Ukraine

Beitrag von Herr Rossi » 13.06.2022, 08:24

Randnotiz zu unserer neuen Energiesicherheit:

https://edition.cnn.com/2022/06/09/ener ... index.html

In den USA fackeln mal eben 18% der LNG Exportkapazität der USA bei einer Explosion ab. Mehrere Wochen Ausfall erwartet.

Edit: Hier kann man übrigens den Füllstand der europäischen Erdgasspeicher einsehen, inkl. Zuwachs und Abnahme:

https://agsi.gie.eu/

Dort geht es seit dem Winter konstant nach oben. Die Speicher könnten somit zum Winter durchaus voll sein. Faktisch läuft das Geschäft also praktisch im großen Rahmen weiter wie gehabt.

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Toska
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Re: Ukraine

Beitrag von Toska » 15.06.2022, 08:34

Herr Rossi hat geschrieben:
13.06.2022, 08:24
In den USA fackeln mal eben 18% der LNG Exportkapazität der USA bei einer Explosion ab. Mehrere Wochen Ausfall erwartet.
Es läuft sowieso derzeit so einiges komisch, was Lieferketten angeht. So nur mit China-Häfen-Lockdown und Ukraine kann man das nicht erklären. Wenn in den USA bald Lebensmittel knapp werden? Da kann man Bill Gates danken, dem mittlerweile 268.984 Hektar Farmland in den USA gehören und der den Leuten Fleisch austreiben will.

Bevor ich was zur Ukraine schreibe: Kurz ein paar Highlights von der Waffenmesse Eurosatory 2022:

Vom Boxer gibt es nun eine Version auf Kette. Da passen dann auch die gleichen Module drauf, wie auf den Radpanzer. Coole Sache. Das hebelt dann auch mein Argument aus, dass Skyranger auf Boxer unpraktisch ist, weil ein Boxer als Radpanzer nicht mit den Leos im Gelände mithalten kann. Auf Kette sollte das dann passen.

Zum Thema Leopard 2 Nachfolger: Man hatte ja Krauss-Maffei-Wegmann dazu gezwungen, zusammen mit der französischen Waffenschmiede Nexter den "Enhanced Main Battle Tank (EMBT)" zu entwickeln, der dann den französischen Leclerc und den deutschen Leo 2 ablösen soll. Und wie das bei Rüstungsprojekten mit den Franzosen so ist: Es wurde erstmal jahrelang um Zuständigkeiten, Posten und Patente gefeilscht und bei jeder Konfliktsituation wurden dann auch andere gemeinsame Projekte (MCAS Kampfflugzeug, A400M, Tigre) mit zur Disposition gestellt. Bei dem Panzerprojekt war Rheinmetall auch mit im Boot, aber nur so nebenbei als Juniorpartner für die Kanone und Kleinkram. Weder KMW noch Nexter haben sich dann wirklich getraut, einen großen Wurf auf Kette zu stellen. Stattdessen wurde lieblos ein Leclerc-Turn auf eine Leo 2 Wanne geworfen und ein wenig an Ecken, Kanten und Extras gefeilt. Das Endresultat haut keinen aus den Socken und es gibt weder Interesse noch Bestellungen an dem lustlos dahin geklatschten Produkt, dass nun zum 4. mal auf der Eurosatory ausgestellt wurde.

Dort war dann auch Rheinmetall vertreten. Mit etwas auf Kette. Nein, nicht (nur) der Lynx, der derzeit in Australien auf der Einkaufsliste steht. Den gibt es als APC und leichten Kampfpanzer. Nein, ganz neu und überraschend hat der Leopard 2 einen Nachfolger bekommen: Den Panther KF51. Und das ist dann im Panzerbau der große Wurf: 130mm Kanone (soll 50% mehr Bums als die 120mm haben), "StrikeShield" Aktivschutz ab Werk, Starter für Kleindrohnen und Loitering-Munitions, voll vernetzt, 3-Mann-Besatzung (Platz für vier), den Motor und Antriebsstrang aus dem Leo 2, aber nur 65t schwer (ca. 5-7t leichter als der Leo 2 A7V), etwas schmaler und flacher.

Schon witzig, wenn man zwei Panzerfirmen hat und eine davon nicht darf und will (weil die Franzosen sonst die Ideen klauen) und die andere mal eben "ohne Regierungsauftrag" (Vermutung, aber ich würd' mich nicht wundern, wenn da gemauschelt wurde) auf eigene Kosten einen neuen Kampfpanzer auf den Hof stellt, der die internationale Konkurrenz in den Schatten stellt. Man muss dazu sagen: Rheinmetall werkelt seit 20-30 Jahren an 130mm Glattrohr und die haben auch einen 140mm Prototyp im Foyer stehen. Es hat die nur noch keiner so'n Ding ab Werk in einen Serien-Panzer verbaut.

Ukraine:

Tja, es wird eng. Die Russen haben in den letzten Wochen ihre Kräfte zusammen gezogen und weniger auf breiter Front, sondern eher punktuell und dann massiv angegriffen. Meist mit guten Erfolgen und dementsprechenden Bodengewinnen. Die Ukraine hat bislang rund 20% ihres Territoriums verloren. Also eine Fläche so groß wie Österreich und Schweiz zusammen. Die Ukraine hatte die Tage erstmals was zu eigenen Verlusten an Soldaten publiziert, aber das sind halt so Zahlen, denen man auch nicht so recht trauen kann. War so im Verhältnis 1:3 bis 1:4 mit dem, was die Russen an Verlusten haben.

Sie mobilisieren alles in der Altersgruppe 18-60 Jahre und einige meinen, fünf neue BTGs sind wohl in Formierung. Aber bei der Ausrüstung wird es dann auch schon so richtig eng. Der Westen hat mittlerweile alles an ehemaligen Ostblock-Waffen geliefert, was geliefert werden konnte. Manches steht noch aus (BMP-1 aus Griechenland - im Ringtausch mit Mardern aus Deutschland), aber das macht den Bock nicht fett.

Wo es hapert ist definitiv Artillerie (Rohr und MLRS). Die Ukraine hatte am Anfang diesen Jahres 1176 Artillerie-Geschütze der Kaliber 122mm (421 Stk), 152mm (742 Stk) und 203mm (13 Stk). An Munition hatten sie wohl so um die 300.000 Granaten dafür eingelagert. Aus NATO-Beständen erhielten sie 225.000 Granaten für russische Artillerie. In rund 100 Tagen haben sie diese Bestände bereits so gut wie komplett verfeuert. Also rund 5000 Granaten pro Tag. Russland verfeuert rund 60.000 Artillerie-Granaten am Tag. Nachproduktion? Ist weder in der Ukraine noch im Westen in dem Kaliber in Stückzahlen möglich, die benötigt würden. Bei den 152mm Granaten sind die Vorräte wohl fast komplett aus und bei 122mm (relativ nutzlos) ist noch was da.

Bislang hat man aus dem Westen nur rund 150 NATO-155mm Artillerie-Geschütze geliefert (M777, französische CESAR und was aus Italien), plus rund 600.000 Schuss 155mm Munition dafür. Somit sind die NATO-Geschütze nun fast die einzigen, welche die Ukraine noch einsetzen kann und das bedeutet, dass die Russen bei Artillerie 10-15 Fach überlegen sind. Punktuell dann teilweise 30:1 und mehr.

HIMARS/MLRS Raketenwerfer aus US- und UK-Beständen sollen zwar geliefert werden, aber davon ist anscheinend noch wenig bis nichts da. Und die Ukraine musste hoch und heilig versprechen, damit nicht nach Russland hinein zu schießen, weil: Je nach gelieferter Munition wäre das locker drin.

Ansonsten gibts aus Deutschland halt noch die 30 Gepard (Juli/August) und ein paar Schuss Muni dafür (danach: Sinnflut), IRIS-T-LSM Luftabwehr (Ende des Jahres?), Ortungsradar Cobra (hat keiner auf Lager und sofern kein Bestandskunde von seiner Bestellung zurück tritt, wird erst nächstes Jahr geliefert werden können) und da sind dann noch ganze vier (!) Stück MARS II MLRS. Das ist die NATO-Version des M270. Die sind aber so umgepopelt worden, dass die keine US-Munition mehr verschießen können.

Westliche Kampfpanzer wird wohl keiner liefern (Spanien ist dann auch von der Idee zurückgetreten, einige seiner alten Leo 2 zu liefern), Russenpanzer hat keiner mehr zum Abgeben und somit wird es dann richtig eng für die Ukraine.

Indessen setzt die Ukraine T-64BV Kampfpanzer als Aushilfs-Sturmgeschütze ein, da dort die Kanone im Vergleich zum T-72, T-80 u.s.w. ein paar Grad höher gerichtet werden kann. Somit kann man dann durchaus mit HE bis zu 9400 Meter weit schießen. Viel trifft man damit aber nicht, selbst wenn man eine Spotter-Drohne hat ist das reine Glückssache. Einziger Vorteil: Der Panzer ist mobiler, als ein 122mm Artillerie-Geschütz und die Granate kommt so flach rein, dass ein Counter-Battery-Radar das eher nicht mitbekommt.

Die Russen halten momentan bei ihren Angriffen mit einigen Hundert Artilleriegeschützen und MLRS rein, dann rollen Panzer vor und mittlerweile haben sie auch kapiert, dass Panzer von Infanterie gedeckt werden müssen und haben auch abgesessene Infanterie mit dabei. Punktuell haben die Ukrainer dem nur wenig bis nichts entgegen zu setzen. Das könnte dann jeweils die Sternstunde der ukrainischen Arty sein, aber die haben halt nichts mehr zum schmeißen.

Es gibt da dieses alte Axiom der Militärs: "Infantry wins firefights. Tanks win battles. Artillery wins wars." :ziggi:

Und es sieht so aus, als ob man die Ukraine gerade über die Daumenschraube Artillerie-Lieferungen im Würgegriff hat. Die sieben (!) deutschen PzH2000 sollen laut ukrainischem Botschafter wohl am 22. Juni geliefert werden. Kann Fake sein, aber das Dilletanten-Stadl um Olaf Scholz wird vermutlich nicht gerafft haben, dass das Datum 'a bisserl' heikel ist. :roll:

Mal schauen, was da noch passiert ...
Grüße,

Toska
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Re: Ukraine

Beitrag von Herr Rossi » 15.06.2022, 18:33

Zur Gasversorgung gibt es auch zwei neue ergänzende Meldungen, zusammengefasst kann man es hier nachlesen:

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8948

Kurzfassung: Gazprom reduziert den Durchfluss von 170 Millionen Kubikmeter auf 100 Millionen Kubikmeter, weil ein benötigtes Teil von Siemens in Kanada durch die Sanktionen festhängt. Das wurde auch von Siemens bestätigt.
Ergänzend kam heute dann noch mal eine Meldung hinterher, dass sie noch weiter runterdrosseln, jetzt auf knapp 70 Millionen Kubikmeter:

https://www.berliner-zeitung.de/wirtsch ... -li.236744

Und weils so schön ist kam aus den USA dann auch noch die Meldung, dass die Reparatur der LNG Verladestation in Texas nicht 3 Wochen, sondern wohl eher 3 Monate dauern wird.

Wird interessant werden! Die Erdgasspeicher sollen bis zum 1. Oktober zu 80% gefüllt sein. Ob das mit solchen Lieferreduktionen noch funktionieren wird?

Den aktuellen Stand gibt es wie immer hier:

https://agsi.gie.eu/

Deutschland liegt aktuell bei 55%.

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Re: Ukraine

Beitrag von Herr Rossi » 20.06.2022, 11:07

Kleines Update zur Energiethematik.

Russland und Kasachstan laufen gerade "etwas" auseinander, da Kasachstan sich nicht von den Sanktionen lossagen will. Daraufhin hat Russland nun die Verschiffung von Öl aus Kasachstan über den Schwarzmeerhafen Noworossijsk eingestellt. Dort endet eine Pipeline aus Kasachstan: Tengiz–Noworossijsk.

Edit: China ist jetzt übrigens bereits Russlands Ölkunde Nr1. Indien macht auch nette Deals. Teilweise bekommen sie dabei deutliche Rabatte. Nebenbei hat Putin in Sankt Petersburg in einer über einstündigen Rede klar gemacht, dass Russland kein Interesse mehr an der EU hat und sie für ein nicht souveränes Staatengebilde hält. Der Ton wird von den USA vorgegeben.
Ich bin gespannt was an Industrie hier übrig bleiben wird. Können tun die Chinesen mittlerweile fast alles, was wir hier auch machen, aber nun werden sie einen deutlichen Kostenvorteil haben.

https://www.berliner-zeitung.de/wirtsch ... -li.238207

"Russland habe allein im Mai so viel Öl nach China verkauft wie noch nie, die Zollbehörde in Peking am Montag, und sei damit zu Chinas größten Öl-Lieferanten aufgestiegen. Das heißt, kein anderes Land importiert jetzt so viel Öl nach China wie Russland."

"Wie Reuters am Wochenende auf Berufung auf vertrauliche Informationen der indischen Regierung mitteilte, soll Indien im Zeitraum zwischen dem 27. Mai und dem 15. Juni die Kohle-Lieferungen aus Russland um das Sechsfache und die Öllieferungen sogar um das 31-Fache im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 gesteigert haben. "

Es bleibt der pure Wahnsinn, was die Politik hier veranstaltet. Ohne Ende Schäden in den eigenen Ländern, eine Sanktionspolitik, die die Preise nach oben treibt und somit in Summe ein PLUS auf der Einnahmenseite Russlands auslöst und darüber hinaus eine Stärkung der bereits starken Konkurrenz in China und Indien. Und das alles oben drauf auf die großen Schäden, die bereits durch die Corona Politik verursacht wurden. Man könnte meinen hier wird gerade eine Art Abwrackpolitik betrieben.

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Re: Ukraine

Beitrag von Herr Rossi » 29.06.2022, 10:08

Es wird immer bekloppter. Nun haben die G7 Staaten beschlossen, dass sie den Preis für russisches Öl und Gas deckeln wollen (der abhängige Käufer will also dem Verkäufer den Preis vorgeben), damit Russland damit nicht mehr so hohe Einnahmen hat.

Das Konstrukt sieht so aus:

"Um zu verhindern, dass Russland von den gestiegenen Ölpreisen profitiert, haben die G7 im Grundsatz beschlossen, einen Preisdeckel für russisches Öl einzuführen. Realisiert werden soll er mit Hilfe von Schiffsversicherern, denen die G7 untersagen wollen, Öltransporte zu versichern, wenn der Rohstoff für einen höheren als den von ihnen festgesetzten Preis verkauft wird. Unklar ist, wie dies funktionieren soll: Versicherer haben keinen Einfluss auf den Verkaufspreis des Öls.[3] Hinzu kommt, dass die traditionelle Dominanz europäischer Versicherer zu bröckeln beginnt: Russische Schiffe werden inzwischen vorwiegend von der Russian National Reinsurance Company (RNRC) versichert; dem Einstieg von Firmen aus anderen Ländern jenseits Europas und Nordamerikas steht prinzipiell nichts im Wege. Im Fall von Zertifizierungen etwa ist Indien bereits eingesprungen. Falls sich der Preisdeckel technisch durchsetzen ließe, ist immer noch völlig unklar, wie Moskau darauf reagieren würde. Bekannt ist, dass Gazprom seine Lieferungen an alle europäischen Staaten, die seine neuen Zahlungsmodalitäten nicht akzeptiert haben, gänzlich eingestellt hat. Eine ähnliche Reaktion gilt im Fall eines Preisdeckels als nicht unwahrscheinlich. Zumindest die G7-Staaten aus Europa setzten mit einem Preisdeckel also einen erheblichen Teil ihrer Energieversorgung aufs Spiel."

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8962

Weiterhin pumpen die USA fleißig Öl aus ihren strategischen Reserven auf den Markt, um den Preis irgendwie runter zu bekommen. Ewig wird das nicht gehen. Nebenbei sind auch in den USA die Preise für Sprit durch die Decke gegangen.

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