Der südkoreanische Fernsehsender SBS berichtete, Südkorea habe sich geweigert, Waffen an die Ukraine zu verkaufen.
Insbesondere wollte die Ukraine Flugabwehrraketensysteme der Marke Cheongung sowie Radare für das Raketenabwehrsystem und Gegenbatterieradare kaufen. Die ukrainische Delegation wollte auch 155mm Artillerie-Munition oder zumindest die Knockout-Ladungen dafür zu kaufen. Südkorea lehnte alle Vorschläge ab, da man noch immer "keine Waffen in Kriegsgebiete liefern" kann.
Die Polen sollten sich da mal Gedanken machen. Auf der einen Seite wollen sie ja die Fertigung der koreanischen Waffen und Munition in Polen aufgebaut haben und teilweise ist man da auch schon zu Gange, das auf den Weg zu bringen. Und das ist auch richtig und wichtig. Denn wenn Südkorea im Konfliktfall aus politischen Gründen keinen Nachschub liefern will, stünden die Polen sonst mit runtergelassenen Hosen da.
Apropos Polen und Lieferungen: Die Schweizer Regierung verhängte ein Exportverbot an den polnischen Rüstungslieferanten UMO. Der Schweiz ist aufgefallen, dass die polnische UMO rund 645.000 Stück in der Schweiz hergestellte Munition unter Verletzung schweizerischer Gesetze in die Ukraine geliefert hat.

Syrien:
Auch ein anderer ist gerade auf Bettel-Tour: Syriens Präsident Assad ist unerwartet nach Moskau geflogen. Vermutlich um rauszufinden, ob er bei Putin noch Hilfe für die extrem brenzlige Situation in Syrien loseisen kann. Da kristallisiert sich momentan folgendes Bild heraus:
Da ist die von der Türkei ins Leben gerufene und unterstützte "Syrian National Army" - früher auch als "Free Syrian Army" (FSA) bekannt. Die ist und war überwiegend im Norden Syriens aktiv. Und dann ist da die Hay'at Tahrir al-Sham (HTS), deren Entstehungsgeschichte sich wie eine Räuberpistole liest. Es gab vor HTS eine ganze reihe moslemischer Splittergruppen wie Jaysh al-Ahrar (eine Ahrar al-Sham-Fraktion), dann Jabhat Fateh al-Sham (JFS), die Ansar al-Din Front, dazu noch Jaysh al-Sunna und die Nour al-Din al-Zenki-Bewegung. Die kochten alle ihr eigenes Süppchen und schossen wenn nicht aufeinander, dann eben auf syrische Regierungstruppen.
Ein Herr Hashim al-Shaykh (auch bekannt als Abu Jaber Shaykh) hatte einen Abschluss in Maschinenbau von der Universität Aleppo und danach arbeitete er in den syrischen Waffenfabriken in der Nähe von as-Safira. Hat sich mal bei der Baath-Partei engagiert und wanderte dafür in den Knast, wo er (nach offizieller Sicht der Dinge) von dort ebenfalls eingebuchteten Salafisten "radikalisiert" wurde. Schloss sich danach einer Rebellengruppe an, die um Umfeld der al-Nusra-Front operierte. Die Spekulation ist, dass er entweder ein "CIA-Asset" oder vom Mossad ist. Letzteres dürfte plausibler sein, denn was dann geschah, war hochgradig professionell:
In 2014 wurde er Anführer der Ahrar al-Sham und konnte einige spektakuläre Erfolge vorweisen, allerdings beschrieben seine Mitstreiter das auch als die Zeit der härtesten und anspruchsvollsten Operationen. In 2016 rief er ein Meeting aller islamistischen Fraktionen ein, die ich oben schon genannt hatte. Die trafen sich schön irgendwo nachts in der Wüste und ALLE Anführer der anderen Fraktionen wurden in einer Kommando-Aktion von einer unidentifizierten Spezialeinheit abgemurkst.
Hashim al-Shaykh setzte sich dann mit den verbliebenen Führungskräften der anderen Fraktionen zusammen und "angesichts dieser Bedrohung" beschloss man, sich zusammen zu schließen. Und so entstand Tahrir al-Sham. Die danach dann relativ offen Unterstützung sowohl aus den USA als auch aus Israel bekamen.
HTS-Kämpfer waren auch in der Ukraine, wurden da ausgebildet und haben für die Ukraine gekämpft. Darunter auch Drohnen-Operatoren. Und daher ist es nicht verwunderlich, dass man jetzt in Syrien bei HTS hochgradig professionell vorgehende Truppen sieht und Drohnen-Einsätze durch die HTS, die man in dieser Form in Syrien noch nicht gesehen hat. Kann auch sein, dass da ukrainische Spezialeinheiten mit vor Ort sind. In Afrika waren ja schon welche, um den Sudanesen gegen Wagner zu helfen.
HTS in Verbindung mit "Syrian National Army" sind gerade dabei, Aleppo einzunehmen und damit würde Assad das bisschen Kontrolle über den Norden Syriens verlieren, welches die Türken und die USA ihm noch gelassen hatten.
Spekulation ist, dass sowohl USA, Türken, Israelis als auch Ukraine jetzt in Syrien "den Sack zu machen" und Assads Herrschaft beenden wollen. Auch um Iran und die Russen aus Syrien rauszukegeln und Putin international und bei seinen verbliebenen Alliierten zu schwächen.
Und NATÜRLICH machen die Türken mal wieder Türken-Dinge: Türkische Artillerie hielt voll auf von den USA unterstützte kurdische Streitkräfte in Syrien drauf, die sich ebenfalls an dem "Späßchen" beteiligen wollten.
Ansonsten?
Ukraine hatte die Tage einen uralten An-2 Doppeldecker zur Drohne umgerüstet und den 1400km tief nach Russland reinfliegen lassen, um damit die russische Salavat-Raffinerie anzugreifen.
Und die israelischen Störsender in der Ukraine sind jetzt wohl so gut kalibriert, dass man regelmäßig Shaheed-Drohnen der Russen nach Weißrussland umleiten kann.

Zum Crash des DHL-Fliegers neulich in Vilnius:
Hier eine Rekonstruktion des Fluges mit dem Funkverkehr eingemischt. Obwohl es noch zu früh ist, auf die konkrete Unfallursache zu spekulieren: Es sieht nicht nach einem Brandsatz/Sprengsatz im Frachtraum aus, sondern möglicherweise eher nach "menschlichen Faktoren". Zum einen gab es Missverständnisse zwischen Flugsicherung und dem spanischen Piloten. Die Dame vom ATC sagte denen in stark akzentuiertem Englisch, sie sollten das ILS anfliegen. Den Piloten war nicht klar, ob sie das JETZT schon machen sollten und dafür die Freigabe hatten, oder ob die Dame lediglich schon mal erklärte, welchen Anflug-Typ sie NACH Erhalt der Freigabe für den Landeanflug erwarten könnten. Zudem hatte die Maschine dafür die falsche Höhe (oder zumindest die Höhe falsch per Funk gemeldet), war aber schon soweit für den Landeanflug stabilisiert, dass eine Höhenkorrektur zu viel Unruhe in den Landeanflug gebracht hätte. Das Flugprofil für den Endanflug war im wesentlichen durch die falsche Höhe improvisiert und man war nicht nur zu tief, sondern anscheinend auch zu langsam. Die Piloten wählten dann nicht den Anflug per VLS, sondern nutzen anscheinend GPS-NAV. Was unter den Gesichtspunkten der fast ständig laufenden russischen GPS-Störsender in Kaliningrad auch nicht so der Weisheit letzter Sch(l)uss ist. Dementsprechend ist dann am Tag nach dem Absturz auch ein Messflugzeug viele Schleifen um den Vilnius-Airport geflogen. Vermutlich um die Kalibrierung des ILS als auch ggf. andere elektromagnetische Anomalien und ggf. lokale Auswirkungen der russischen GPS-Störsender mal genau für die Unfall-Untersuchung zu kartografieren. Was ja auch für den Weiterbetrieb des Flughafens und die allgemeine Flugsicherheit dort wichtig ist.
Auch interessant: Wie üblich bei Landungen wurde die Maschine ab Überflug des Außenmarkers an den Tower übergeben und bekam die Tower-Frequenz mitgeteilt und die Crew hat die Frequenz dann wiederholt, um den korrekten Empfang zu bestätigen. Die Frequenz wurde von ihnen aber falsch wiedergegeben und auf der Tower-Frequenz haben sie sich dann auch nicht (mehr) gemeldet. Weitere Anfunk-Versuche von ATC oder Tower im Endanflug blieben dann unbeantwortet.
Interessant ist auch (und das ist im oben verlinkten Video auch gut zu sehen): Vor dem Airport ist eine langezogene Straße und im Video sieht es zumindest so aus, als ob man dort runter gehen wollte. Ob das wegen technischer Probleme als Notnagel angestrebt wurde, oder ob die Piloten sich in der diesigen Nacht verguckt hatten und die Straße schon für die Piste des Flughafens hielten? Unklar. Flugdatenschreiber und Voice-Recorder wurden bereits geborgen und sollen in Deutschland ausgewertet werden. Es wird aber sicherlich noch Monate dauern, bis der Abschlussbericht der Untersuchung veröffentlicht wird. Wegen der Brisanz bezüglich der Russen kann man aber mit vorherigen und der Politik geschuldeten "Lecks" rechnen, die das entweder entkräften, oder bestätigen werden.