Da hab ich auch noch 'n schönen Schwank: Wie mein Kumpel R die USA mit biologischer Kriegsführung besiegte.
War Ende der 80'er und vor der Zusammenlegung der Besatzungszonen. Größere Übung der USA in Rheinland Pfalz und anderen Teilen Westdeutschlands. R und seine Familie hatten einen Aussiedler-Hof auf 'ner längeren Hügelkuppe knapp 2 km vor dem Ort. Auf der flacheren Hügel-Seite waren das Wohnhaus, Stallungen für rund 500 Rinder und Wirtschaftsgebäude. Auf der etwas höheren Hügel-Kuppe war weit und breit Grasland für die Viehweiden und in den Niederungen Felder für Futter-Mais. Oben auf der Hügelkuppe war die Viehtränke und rund herum hatten R's Opa und Vater irgendwann mal Bäume gepflanzt, damit die Kühe an der Tränke Schatten hatten - und um Erosion zu vermeiden.
Eines morgens dann: "Invasion USA". Da kam kolonnenweise Trucks und Kettenfahrzeuge und karrte Zeugs auf "die Alm" (wie der Hügel im Ort genannt wurde). Zelte und Container wurden aufgestellt und ein komplette Luftabwehrstellung aufgebaut. Das Radar schob man neben die Tränke und machte sich dann daran, die Bäume zu fällen, damit das Radar ordentlich "was sehen" konnte.
R hatte zunächst alle Hände voll zu tun, die Kühe wieder einzufangen, da die Mitglieder der gefürchteten "Nordatlantischen Terror-Organisation" Gatter weit aufließen und Zäune niedergewalzt hatten. Nachdem das Vieh wieder auf einer anderen Weide eingepfercht war, machte er sich wutentbrannt "auf die Alm" um zu fragen "was der Scheiß soll". Irgend ein PR-Fuzzy-Dolmetscher wimmelte alles ab und drückte ihm ein paar Formulare in die Hand, mit denen er den Schaden auf Kosten der deutschen Steuerzahler einklagen könne. R hat die Formulare wutenbrannt zerrissen und ist wohl wegen der gefällten Bäume und der Furchen in der Wiese so ausgeflippt, dass die MP anrückte und ihn von seinem eigenen Grund und Boden verbannte.
Doch R wäre nicht R, wenn er sich so leicht geschlagen gäbe. Er trollte sich, machte den großen Fendt-Traktor klar, hängte das Gülle-Faß an und "tankte voll". Die Grasnarbe auf der "Alm" war doch auch ein bisschen mager und brauchte Düngung. Und die Farmboys aus dem USA konnten doch sicher etwas "gute Landluft" ab, oder? R machte sich daran, den kompletten Alm-Vorrat an Rinder-Gülle (und bei 500 Rindern war das nie wenig) rund um das "Heerlager" der USA auszubringen.
Und wegen der besonderen "Duftnote" (was für ganz feine Nasen!) holte er ein paar Ortschaften weiter beim Schweine-Züchter noch zwei Tankladungen Schweine-Gülle.
Gegen Abend war der Spuk dann vorbei und die "Freunde vom anderen Ufer" bauten ihren Krempel wieder ab und zogen eine Ortschaft weiter. Hatten wohl ihre ABC-Schutzausrüstung nicht dabei und der Hügel in der Nachbargemeinde war ja auch schön ideal, um dort das Radar aufzubauen. Doch mussten sie leider feststellen: Die Weiden dort waren vorsorglich auch *sehr* gut gedüngt worden, denn sie gehörten R's Schwiegervater.
Zuletzt wurden sie dann 10km in der anderen Windrichtung gesehen.
