Die Inder waren mit einem Il-76 Tanker, C-17 und C-130 Transport-Fliegern und 10 SU-30 MKI angereist. Die SU-30 MKI ist eine Weiterentwicklung auf Basis der SU-27 und die indische Variante wird bei Hindustan Aeronautics Limited für die IAF gebaut. Indien darf unter russischer Lizenz bis zu 272 davon bauen und hat seit der Indienststellung in 2004 nun rund 200 davon im Bestand.
Die SU-30 MKI ist ein zweistrahliger Mehrzweck-Kampfflieger mit 3D-Schubumlenkung zur Erhöhung der Manövrierfähigkeit. Bei der kompletten Avionik, Radar, Bus-Systemen und Bewaffnung setzte man jedoch auf Eigenentwicklungen oder kaufte in Frankreich und Israel ein. Besonders spannend war die Integration des EASA-Radars westlicher Bauart mit dem russischen IRST und diverser anderer aktiver und passiver Sensoren. Die Inder haben angeblich da was gebastelt, was die Russen so von den Socken gehauen hat, dass diese nun ihrerseits für den Eigenbedarf SU-30 MKI bauen, für welche die Inder Zulieferer sind. Das lieferte auch den Grundstein für die erweiterte Zusammenarbeit Indiens und Russlands bei der gemeinsamen Entwicklung des PAK-FA Stealth-Jets, der derzeit in der Erprobung ist.
Die Engländer boten zur Übung ihre Eurofighter "Typhoon" auf. Zwischen dem 20. Juli und dem 31. Juli fanden dann eine Reihe von Luftkämpfen zwischen den Engländern und Indern statt. Darunter Dogfights einer gegen einen, einer gegen zwei und zwei gegen zwei. Gegen Ende folgte ein komplexeres Manöver, bei denen jeweils ein Team Jets eine C-130 mit Fallschirmspringern in ein Zielgebiet eskortieren sollten und das andere Team dies verhindern sollte.
Dieser Artikel hier hat schöne Bilder wie aus dem Werbe-Prospekt: http://foxtrotalpha.jalopnik.com/photos ... 1722373860
Der "putzige" Teil der News:
Die Inder sagen: Sie haben mit den Engländern den Boden aufgewischt und erzielten Abschussraten von 12:0.“The first week of the exercises pitted the Su-30, which NATO calls the Flanker, in a series of aerial dogfight scenarios. First, there were 1 v 1 encounters, where a single jet of each type engaged each other in Within Visual Range (WVR) combat, firing simulated missiles to a range of two miles. The exercises progressed to 2 v 2 engagements with two Eurofighters taking on two Su-30s and 2 v 1 exercises where two Sukhois took on a single Typhoon and vice versa. Notably, in the exercise where a lone Su-30 was engaged by two Typhoons, the IAF jet emerged the victor ‘shooting’ down both ‘enemy’ jets.”
So, not only held the Su-30s an edge on the Typhoons on 1 vs 1 and 2 vs 2, but even when a Sukhoi flew against two Typhoons, it managed to shoot down both enemies.
The response to such claims was almost immediate, even though not too detailed. According to an RAF source quoted in an Independent piece the Indian claims were “clearly designed for a domestic audience“.
Quelle: http://theaviationist.com/2015/08/08/ha ... bably-not/

Simulierte Luftkämpfe sind immer so 'ne Sache. Die Inder haben zum Beispiel bei einer ähnlichen Übung in 2004 gegen F-15C der USA eine Abschussrate von 9:1 erzielt. Bei jener Übung hatten die eingesetzten F-15C jedoch kein AESA Radar, sondern ältere Kaliber und die Einsatzparameter der Übung erlaubten keine Distanzschüsse mit Mittelstrecken Luft-Luft Raketen. Bei solchen Übungen werden in der Regel auch keine elektronischen Gegenmaßnahmen eingesetzt und teilweise kämpft man auch mal mit gezinkten Karten, damit die eine oder andere Seite gewisse Verfahren und Einsatzmittel nicht so anwenden kann, wie man das in einem echten Kampf tun würde. Die USA hatten zu dem Zeitpunkt auch eine Revision des F-22 Budgets anstehen und es wäre vorteilhaft gewesen, wenn die F-15's bei so 'ner Übung halt mal ordentlich den kürzeren ziehen.
Die Aussagen der Inder sind also hier mit Vorsicht zu genießen, da die Einsatzparameter hier nicht so genau bekannt sind. Man hat vermutlich auch hierbei wieder auf BVR (beyond visual range) verzichtet und ist fast ausschließlich Nahkampf geflogen. Dabei ist klar, dass die SU-30 MKI mit ihren Leistungsparametern (mehr Sprit, mehr Schub und 3D Schubumlenkung) dem Eurofighter bei weitem überlegen ist. Der andere und meiner Meinung nach viel wichtigere Punkt:
Beim Eurofighter hat man im Laufe der Spar-Runden auf vieles Verzichtet: Die geplante 2D Schubumlekung fiel als erstes weg. Das IRST System zur Infrarot-Zielortung wurde gestrichen und das geplante AESA-Radar (Active Electronically Scanned Array) wurde durch ein simples Radar "von der Stange" ersetzt. Die geplanten LRAAM and MRAAM wurden ebenfalls gestrichen und sowohl die Brimstone (Luft-Boden Abstandswaffe) und die METEOR Luft-Luft Mittelstrecken-Rakete sind noch nicht für den Eurofighter zertifiziert. Die Inder dagegen haben "Vollausbau" in ihren Jets und gerade die Kombination und gute Systemintegration zwischen AESA Radar und dem IRST erlaubt wohl Zielerfassungen von Kampfjets auf rund 30-40 Meilen - ohne dass man seine Anwesenheit durch eigene Radar-Emissionen verraten müsste.
Dann gibt es noch zwei weitere Punkte, die bei den Engländern (und NATO generell) auffällig sind: Mangel an Flugstunden und gut geschulten Piloten. Die Engländer haben zuden noch ihre Pilotenausbildung privatisiert und das dafür zuständige Konsortium hat angekündigt, erst 2019 den Output an trainierten Piloten hinzubekommen, den man eigentlich für 2014 anvisiert hatte. Typische indische Kampfpiloten kommen derzeit auf rund 300 Flugstunden im Einsatzmuster im Jahr, wogegen ihre Englischen Kollegen Mühe haben, die 130 Stunden für den Scheinerhalt zusammen zu kratzen.
Vor dem Hintergrund sollte man dann auch sehen, dass von der Leyen Ende letzter Woche für Mittel nachgesucht hat, die Eurofighter der Luftwaffe endlich mit dem EASA-Radar auszurüsten. Die Engländer dürften deswegen halt mal Druck gemacht haben, dass das Radar endlich mal gebaut wird.
Hier noch ein paar weitere Artikel mit Analysen und Bildern zu der Übung:
https://www.rt.com/uk/311839-indian-air-force-raf/
http://www.ndtv.com/india-news/indian-a ... uk-1204336
http://theaviationist.com/2015/08/08/ha ... bably-not/