neuer Nachbar will Bauslast

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Roland von Gilead
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neuer Nachbar will Bauslast

Beitrag von Roland von Gilead » 30.08.2016, 18:42

Bekomme nächstes Jahr neue Nachbarn, die wollen einen Anbau nah unserer Grundstücksgrenze 5 x 4,50m errichten, der den Mindestabstand von 3m teilweise nicht einhält und sie hätten jetzt gerne eine Baulast von mir eingetragen. sie würden an einem Ende die Baulastgrenze um 60cm und an dem anderen Ende von 80cm verletzten. Also wäre der Anbau 2,20 bzw 2,40 von meiner Grenze entfernt.
Was würde das für mich bedeuten, bzw. worauf muss ich achten?
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Beitrag von BobbyShaftoe » 31.08.2016, 11:24

anbau = wohnraum?
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Beitrag von Roland von Gilead » 31.08.2016, 11:42

jepp,
habe das mal grob gezeichnet links ist unser Haus - rechts deren + Garage wo deren Anbau vor soll, aus der garage soll ein Abstell/Hobbyraum enstehen.

Auf der Zeichnung sieht man das oben die Ecke 2,2m an unsere grenze reicht und unten 2,4m (da hab ich mich beim einzeichnen vertan) die Bauslastgrenze verschiebt die Grenze also auf meinem Grundstück um 80cm und unten um 60cm

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Beitrag von BobbyShaftoe » 31.08.2016, 12:06

Da ohnehin die Bauaufsichtsbehörde einbezogen werden und das Ganze notariell beglaubigt werden muss, würde ich meinem Nachbarn empfehlen, das erstmal dort zu klären. Und er soll Deine Kosten für eine fachliche Beratung übernehmen.

http://www.brauroth.de/index/html/wissen__baulast.html

Und letztlich hat ja alles auch seinen Preis, auch Deine Unterschrift. Immerhin verkleinert sich ja Dein Baufenster.
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Beitrag von Roland von Gilead » 31.08.2016, 12:25

werde mal schauen - hab noch einen ehemaligen Bauleiter, einen Bauunternehmer und einen Bauingenieur im näheren Bekanntenkreis! Die werde ich auch alle mal fragen!

Ich bin nicht ganz glücklich mit dem ganzen, auf der anderen Seite will ich ja ein gutes verhältnis zu den neuen Nachbarn haben, auf der anderen seite keine Nachteile haben.

Und eine Baulast ist ja im ersten Moment negativ, was meine zukünftigen Bauideen angeht (falls wir mal vergrößern) oder auch doof wenn man mal verkauft!

Werde mal weitere Argumente sammeln, hab erst gedacht ich stimme zu und das war es.
Ist mir ja quasi egal ob er 3m von der grenze baut o. 2,20m. Das ich mir mit der Baulast dann evtl. einen schwarzen peter ans Bein binde, war mir gestern erstmal nicht so bewusst.
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Beitrag von BobbyShaftoe » 31.08.2016, 12:27

der Nachbar muss doch ein paar Argumente in die Diskussion werfen. Wie, wenn nicht mit Geld will er Dich denn sonst ködern? Die Baulast bedeutet eine konkrete Wertminderung für Dein Grundstück.
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Beitrag von Roland von Gilead » 31.08.2016, 12:31

.... was ist so etwas wert :hehehe:

Ja, es ist eine Wertminderung für mein Grundstück und das war mir gestern beim ersten gespräch auch nicht klar. Die kosten für Notar etc. hatten sie schon großzügig angeboten :roll:
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Beitrag von BobbyShaftoe » 31.08.2016, 12:41

Ich glaube, da kann man sich nur rantasten. Vielleicht einfach mal so: Du hast irgendwann einen Quadratmeterpreis für das Grundstück bezahlt, z.B. 100 EUR. Nach grober Schätzung verlierst Du 5 m² durch die Baulast, also könnte man 5 x 100 EUR ansetzen. Dazu kommt der Wertzuwachs, das Grundstück ist heute ja sicher mehr wert und würde bei einem Verkauf in der Zukunft ja vermutlich auch noch noch mehr wert sein. Und theoretisch könnte man ja auch noch das Gebäude draufkalkulieren, das dort nicht entstehen kann (nehmen wir an, das hypothetische Gebäude wird vermietet. Was kosten 5 m² Miete? Pro Monat wäre ja unsinnig, das müsste man auf ewige Zeiten rechnen. Das wäre nicht realistisch, also könnte man sich auf einen Zeitpunkt dazwischen einigen, z.B. Dein Abgang^^). Auch dieser Schmerz muss ja irgendwie gelindert werden. Dann noch Deine Zeit, die in der Beratung und beim Notar draufgeht...
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Beitrag von NOX » 31.08.2016, 14:49

werd da lieber nicht zu freundlich....besser gleich klarheit schaffen als sich später jahrelang im stillen darüber zu ärgern, da haben die nachbarn dann auch nix von. ich würds nur machen, wenn du auch 100% mit der lösung zufrieden sein kannst. sonst lieber gleich nein sagen.
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Beitrag von Roland von Gilead » 31.08.2016, 15:17

Da bin ich bei dir!
Gestern wie gesagt quasi überfallen worden mit dem Vorschlag, hab mal angedeutet das ich mir das vorstellen könnte, aber mittlerweile nach etwas Recherche gefällt mir das ganz und gar nicht.

Mir war so nicht klar das ich eingeschränkt bin was spätere eigene Bauvorhaben angeht, ausserdem ist ein Wertverlust meines Grundstücks nicht hinnehmbar.

A) weiss ich nicht ob wir selber mal später anbauen wollen
B) weiss ich nicht ob ich mal später verkaufen will
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Beitrag von Malagant » 31.08.2016, 18:47

Dann ist doch klar, wie deine Antwort lautet. Nachher wirft das nur Schatten, Du kannst deine Pflanzen nicht so platzieren, dein eigener möglicher Anbau könnte dadurch ins Stocken geraten. Persönlich würde ich das auch etwas vom Geld abhängig machen. Bei 500€ nö, bei 2.000€ nö, vielleicht ab 15.000€ oder so. Aber das kommt drauf an, was man sich selbst davon erhofft. Einen neuen Nachbarn nsein Grundstück abtreten? Hhhah, ich weiß nicht. Kleiner Finger und so....

Beim Betrachten der Zeichnung würde ich spontan davon abraten. Er soll sich bitte an die Vorschriften halten und nicht einen cm überschreiten. Das würde Dich vermutlich ein Leben lang begleiten. Nox hat es auf den Punkt gebracht.

Just my 2 Cent (ohne eigenes Land, Haus o.ae) :happy:

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Beitrag von BobbyShaftoe » 31.08.2016, 19:09

15000 Euro für 5-10 Quadratmeter? Ich glaube, das ist ziemlich unrealistisch. Letztlich ist ja die Frage, ob er sich selber einschränkt, oder nicht. Vielleicht kann man das ganze ja auch so mit der Bauordungsbehörde verhandeln, dass der Nachbar näher an die Grenze bauen darf, aber Roland trotzdem sein Baufenster behält. Wir haben ja ähnliche Themen auch bei uns im Rechenzentrum. Beim Brandschutzkonzept kann es durchaus Abweichungen geben, die so nicht in der Landesbauordnung vorgesehen sind. Wenn ein Sachverständiger erklärt, dass die Abweichungen tolerabel sind oder gar durch Mitigationen geheilt werden können. Beispiel: eigentlich sind bei unserer Gebäudegröße Steigwasserleitungen vorgeschrieben, die aber durch die Nutzung als RZ ad absurdum geführt werden würden. Also hat man sich darauf geeinigt, dass mobile, großvolumige Schaumlöscher den entsprechenden Ausgleich schaffen, obwohl wir uns sicher sind, dass wir diese niemals einsetzen werden. Solche rechtlichen Dehnungsfugen sind durchaus üblich. Grundsätzlich wird zwischen 1) Freistellungs- und 2) Genehmigungsverfahren unterschieden. Bei 1) wird ein Bauvorhaben, das sich im rechtlichen Rahmen bewegt einfach durchgewunken, es besteht lediglich eine Anzeigepflicht. Bei 2) bewegt sich das Bauvorhaben außerhalb der Landesbauordnung und muss durch die genehmigende Behörde (z.B. Landratsamt oder Bauordnungsbehörde) äh - genehmigt werden. Beispiel 2): Eine Nutzungseinheit (z.B. ein Büroabschnitt) ist größer als die üblichen 400 m² und müsste daher eigentlich Rauchschutztüren in den Fluren haben. Wenn dann ein Sachverständiger ins Brandschutzkonzept schreibt, dass die Größe nur geringfügig überschritten wird, wird sich in der Regel auch die BOB nicht dagegen sperren.

Um wieder zum Thema zu kommen: Ich würde Deinem Nachbarn erklären, dass Du genauso Laie bist wie er und dass hier ohne fachlichen Rat erstmal gar nix geht, weil Du die Konsequenzen nicht abschätzen kannst. Dann solltet ihr euch einen neutralen Ratgeber (also nicht seinen Architekten) holen, der euch auf seine Kosten erklärt, wie die Möglichkeiten aussehen. So erteilst Du ihm keine direkte Abfuhr und hast noch genügend Spielraum, um Deine Forderungen einzubringen oder das Thema tatsächlich komplett abzublasen.
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Beitrag von Roland von Gilead » 31.08.2016, 19:56

"Ich würde Deinem Nachbarn erklären, dass Du genauso Laie bist wie er und dass hier ohne fachlichen Rat erstmal gar nix geht, weil Du die Konsequenzen nicht abschätzen kannst"

Das habe ich ihm genauso heute morgen auch in einem Telefonat mitgeteilt!
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Beitrag von Malagant » 02.09.2016, 14:26

Bobby Shaftoe hat geschrieben:15000 Euro für 5-10 Quadratmeter? Ich glaube, das ist ziemlich unrealistisch
War anders gemeint. Mir ging es um die Summe, ab wann ich anfange, dafür 'viel Zeit' zu investieren. Verkaufen kann ich nur einmal und diese 5-10 Quadratmeter haette ich ja ein Leben lang. Für 500€ wäre es mir persönlich die Mühe nicht wert.

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Beitrag von Roland von Gilead » 05.09.2016, 10:45

So, heute morgen alles geklärt & Klarheit geschaffen und ihnen mitgeteilt das wir keine Baulast eintragen werden, aufgrund der aufgeführten Nachteile die so etwas halt mitbringt und wir ja jetzt selber nicht wissen, was in 20 Jahren ist ob wir nicht evtl. selber anbauen, oder gar verkaufen wo dann so eine Baulast auch negtaiv ist.

Dank Euch für Eure Einschätzung!
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