Roland von Gilead hat geschrieben: ↑28.02.2025, 19:40
krasser scheiss - das Gespräch im Oval Office!
How it started:

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How it went:
How it ended:
Die Dame, die sich da die Hände vors Gesicht schlägt? Das ist die ukrainische Botschafterin in den USA. Die wusste GENAU, dass ihr "Chef" da gerade sein Ende einleitet und konnte so viel Dummheit auch nicht fassen.
Bevor ich meine Analyse abgebe, das vorweg: Zelensky wird oft und gerne mit Winston Churchill verglichen und ich finde: Das passt. Mit seiner Chuzpah und seinem unverbrüchlichen Kampfgeist hat er bei mir (und sicher auch bei vielen anderen) für immer einen Stein im Brett. Angefangen mit seinem "I need ammo! Not a taxi!" und mit dem Livestream mit seinem Kabinett vor dem Parlament während russische Truppen in Steinwurf-Reichweite entfernt schon jagt auf ihn machen. Man muss da auch dazu sagen, das war kurz nach oder bevor SPETZNAZ bis in sein Amtszimmer im Präsidentenpalast vorgedrungen sind. Der letzte von denen wurde quasi vor Zelenskys Schreibtisch "erlegt". Wo Zelensky zu dem Zeitpunkt war, lässt man aber offen. Tut auch nichts zur Sache.
Aber: Zelensky ist derzeit nicht der Winston Churchill von 1943 in Tehran, sondern der von 1945 auf Jalta. Der Vollständigkeit halber hat man ihn noch eingeladen, aber an sich spielt er keine Rolle mehr:
Dennoch: Mein Wunsch für den "Friedensplan" ist das, was die (ehemalige) finnische Ministerpräsidentin
Sanna Marin vor etwas über zwei Jahren in den Raum stellte: "The way out of this conflict is for Russia to leave Ukraine. That is the way out of the conflict. The exit from the conflict is when Russia leaves the territory of Ukraine."
Also: Vollständiger Erhalt der territorialen Souveränität der Ukraine - inklusive Krim. FUCK RUSSIA. Und so heftig dass sie es in Zukunft lassen, den Nachbarn auf den Senkel zu gehen.
Soviel vorweg.
Ich hab die letzten Stunden die Medienrundschau gemacht: Europa, Nord- und Südamerika. Spannend, wie da die Meinungen über dieses historische Treffen im Weißen Haus auseinander gehen. Und klar: Da KANN man ja auch geteilter Ansicht sein.
In Europa und generell außerhalb der USA trifft man weitgehend auf Unverständnis und Entsetzen. Selbst in den liberalen oder von Demokraten durchsetzten Medien in den USA findet man durchaus Schelte und Kritik an der US-Administration und den Hinweis darauf, dass nichts mehr ist, wie es mal war. Und ja, das ist ein Dammbruch und eine Gezeitenwende. Und für die Ukraine mit Garantie tragisch. Eben auch, weil es vermeidbar gewesen wäre.
Jetzt lasst uns mal kurz auf die Sichtweise der derzeitigen US-Regierung umschwenken. Und ja, das wird einigen sicherlich schwer fallen:
Trump und JD Vance wissen, dass der Ukraine-Krieg nie stattgefunden hätte, wäre Trump am 20. Januar 2021 ins Weiße Haus eingezogen. Die Schwäche von Joe Biden ermöglichte es den Machern hinter den Kulissen die "Geldquelle Ukraine-Krieg" aufzutun. Und es ist bekannt, dass Joe Biden und seine Familie über Sohnemann Hunter Biden brutal und schamlos davon profitiert haben. Aber nicht nur die. Auch andere im Establishment von Washington D.C. und dessen Umfeld: Geld floss in die Ukraine und auf dem Umweg flossen beachtliche Summen auch wieder zurück in die Taschen der Kriegsgewinnler in den USA.
Den Blutzoll nahm man gewissenlos und gerne in Kauf. Ob Boris Johnson der Ukraine damals geraten hat, den Deal auszuschlagen und den Krieg zu riskieren? Sei dahingestellt. Hat Merkel Putin ermutigt? Ich sage: Ja, aber auch da kann man geteilter Meinung sein. Die Rolle in der sich Marcon in dieser Kriese sieht stimmt auch nicht mit seiner Selbstdarstellung überein. Jedenfalls haben AUCH in Europa noch andere "Player" die Hand im Spiel gehabt.
Wir sind jetzt im dritten Kriegsjahr und es ist ÜBERDEUTLICH: Die Ukraine kann aus eigener Kraft nicht gewinnen. Konnte sie nie. Die Ukraine mag derzeit die stärksten Landstreitkräfte in Europa haben, aber eben auch nur wegen der Infusionen aus dem Westen und die sind eben auf breiter Flur bei wichtigstem Material am Ende. Für einen militärischen Sieg der Ukraine müssten die Russen einen kapitalen Kollaps ihres politischen und/oder militärischen Systems (auf mehreren Ebenen) hinlegen. Und auch wenn die Russen auf dem Zahnfleisch gehen: Sie haben mal wieder bewiesen, dass ihnen Menschenleben nichts wert sind und sie bereit sind, Millionen Landsleute (und Verbündete und Söldner) zu verheizen. Immer wieder. Gerne auch sinnlos. Die machen weiter - koste es was es wolle. Denn tun sie es nicht? Dann fliegt ihnen daheim der Laden auseinander. Ergo: Es geht weiter, ohne Sinn und Verstand. Weil es MUSS.
NATO? Also der europäische Teil davon? Hat sich als Totalausfall entpuppt und da muss man ganz brutal offen sein. Wenn man in den Tagen nach der Invasion mit 5000 Helmen als militärische Unterstützung ankommt und die noch kaputtredet, statt gleich mal 5000 Fahrzeuge aller Art (Panzer, APCs, LKWs, egal was) locker macht? Und auch drei Jahre später nicht über die Lieferung von 31 verkackten Leopard 2A6 hinausgekommen ist? Weniger als ACHT davon sind noch (alle beschädigt) einsatzbereit in der Ukraine.
"Ja aber!!! NATO hat doch SO VIEL geliefert!"
Ja, alles zusammengezählt ist da wirklich ganz ordentlich was in der Ukraine angekommen. Man darf aber nicht vergessen, dass das bei einem Konflikt dieser Größe und Dauer eben auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Es sind nur rund 200 semi-moderne MBTs der Ukraine versprochen worden und selbst die wurden bis jetzt nicht alle geliefert. Der Rest war modernisiertes Kalter-Krieg-Zeugs. Die Gepard, Patriot, NSAMS, IRIS-T und so weiter? Ja, waren eine große Hilfe. StormShadow? HIMARS? Logisch. All das (und mehr) hat die Ukraine im Kampf gehalten. Die handvoll Bradleys, CV90 und Marder? DIE waren Gold wert. Aber auch zu wenig. PzH2000? Geil, aber zu kompliziert und zu anfällig. "Krab" aus Polen? Ditto. Und zu viele Kinderkrankheiten. Die "Archer" aus Schweden oder die in der Ukraine gefertigte "Bohdana"? Die taugen deutlich mehr. Auch da: Von allem zu wenig und kaum Munition.
Auch wenn die Munitionsproduktion für 155mm Arty-Granaten jetzt in den USA und Europa auf Hochdruck läuft? Und hier und da einige NATO-Länder ein wenig für den Eigenbedarf nachbestellt haben: Außer Polen, Schweden, Finland und den Balten nimmt KEINER die russische Bedrohung ernst genug.
Die Briten haben NULL "deployable forces", die Franzosen haben außer der Fremdenlegion und anderthalb Bataillonen NICHTS, was von heute auf morgen los kann. Und "schwere Kräfte" sowieso nicht. Die Bundeswehr wartet noch bis 2032-2035 auf das bestellte Material und selbst das ist zu wenig. Die Dänen sind auch raus, da sie alles bis fast alles Material in die Ukraine abgegeben haben, was ihre Brigaden im Einsatzfall bräuchten. Finland und Schweden? Die sind spät gestartet und geben mächtig Gas, werden aber auch Jahre brauchen, um sich neu aufzustellen. Beim Thema Munition sieht es nach wie vor fast genau so aus wie vor drei Jahren: Man hat nichts zu schmeißen. Arty-Granaten? Ja, werden jetzt gebaut wie blöde, aber gekauft hat man selbst noch so gut wie nichts davon, weil alles in die Ukraine geht. Sonstige Munition? Egal ob für Panzer, APCs, Flugabwehr (LOL! Welche?!?), Mörser, MLRS, oder irgend was, um es an die Flieger oder Kampfhubschrauber (lol! Welche?!? Die "ADAC-Hubschrauber"?) zu hängen oder in die VLS der Kriegsschiffe (lol! Schiffe? Mit VLS? Welche?!?) zu stecken? Reicht noch immer bestenfalls für wenige Tage.
Das Thema Drohnen hat man noch immer verpennt, sich mal angeschaut, aber noch nichts bestellt. Und müssten morgen alle Kampfeinheiten der BW ausrücken? Man kann noch immer nicht mit den Verbündeten "schnacken", weil man noch Analogfunke hat und noch immer sind Einheiten ohne Vollausstattung. Trainiert für den Fall X hat man ja auch nicht richtig, von daher ist die Bereitschaft heute in weiten Teilen aller europäischen NATO-Streitkräfte noch immer auf dem Stand, wie er vor drei Jahren war.
Man hat dem Schwein Lippenstift aufgemalt, aber es noch immer die selbe fette und faule Sau wie vor drei Jahren.
Unterm Strich wollte der überwiegende europäische Teil der NATO auch weiterhin nur Lippenbekenntnisse leisten und weiter rumpfuschen, tricksen und täuschen. Bloß kein Geld in die Hand nehmen (wenn, dann nur ein wenig!) und bitte weiterhin ordentlich Gendern und nichts ohne Wickeltisch und ASU-Plakette kaufen.
Aber: Die Russen sollten auch nicht gewinnen. Wollte auch keiner. An sich hätte nach einem Jahr (oder anderthalb) die reinste MATERIALFLUT über die Ukraine heranbrechen müssen, falls man die Sache mit irgend einer Ernsthaftigkeit betrieben hätte. Aber: Fehlanzeige!
Kurzum, die EU machte, was die EU immer macht: Lange Sitzungen, Beschlüsse und Abstimmungen, viele diplomatische Visiten überall, viel Gequatsche, viel Dissonanz, aber nichts mit Hand und Fuß. Dem festen Willen, die Russen nicht gewinnen zu lassen folgten keine Taten, die der Rede wert wären.
Nun der Blickwinkel aus der Sicht von Trump, Vance und ihrer Administration:
a) Ukraine hat basierend auf schlechter Beratung der EU- und der (damaligen) US-Partner den Krieg quasi provoziert (kann man so sehen, aber ich tue mich da schwer)
b) Während Trumps erster Amtszeit hat die Ukraine bereits Trump hintergangen ("Russia-Gate") und mit den Demokraten Kasse gemacht.
c) Zelensky hat während des letzten Wahlkampfes offen erst für Biden und dann Kamala Werbung gemacht und Trumps Wahlkampf hintertrieben.
d) Da Russland nicht mit Ukraine und Ukraine nicht mit Russland redet, haben die USA eben mit den Russen das Gespräch gesucht. Während dessen hat Zelensky und sein Umfeld keine Chance ungenutzt gelassen, das zu torpedieren und schlecht zu reden. Der Drohnenangriff auf den Schutzmantel von Tschernobyl? Waren die Russen, nicht wahr? KÖNNEN nur die Russen gewesen sein, richtig? Öhm ... was wenn nicht? Egal: Die Amis hielten Zelensky "in the loop" und informierten ihn über den Inhalt der Gespräche mit den Russen. Alles Dinge, die NOCH NICHT spruchreif waren. Reine Verhandlungssache, überzogene Eröffnungs-Moves, der übliche Quatsch. Und aus Zelenskys Umfeld gab es sofort Lecks und alles wurde maximal skandalisierend an die Presse getragen. Also hat an ihn nicht mehr (so genau) informiert und die Lecks hörten auf. Das Gezeter aus Kyiv aber nicht.
e) Der "Mineralien-Deal" zwischen USA und Ukraine: Auch das wurde sofort maximal skandalisierend an die Öffentlichkeit getragen. Ukraine sollte 50% seiner Reserven an strategischen Mineralien in einen Fond einbringen, an dem die USA dann zur Hälfte beteiligt sei. ZWEI DRITTEL dieser Vorkommen sind aber in derzeit russisch kontrolliertem Gebiet. Ja klar, maximal hätte der Deal irgendwo einen Wert von 500 Milliarden, aber realistisch gesehen eben nicht und nur über viele Jahrzehnte hinweg und NACH massiven Investitionen für den Abbau, Verarbeitung und Transport. Der Gag am Ganzen war eben: Wenn da US-amerikanische Firmen in der Ukraine sind und das ausbeuten? Dann haben die USA auch sofort ein strategisches Sicherheitsinteresse und die Ukraine ist unter ihrem Schutz. Auch ohne dass da Truppen vor Ort sind. Und die Russen hätten dann einen Teufel getan, die Amis da vor Ort in der Ukraine anzupissen oder anzusprengen.
Nach zähem Rumgehampel hatte US Secretary of State Marco Rubio gestern endlich die Zusage von Zelensky zu diesem Mineralien-Deal. Heute sollte der im Oval Office dann dingfest gemacht werden.
Nun zum Vorgang heute im Oval Office:
Dem Gespräch vorausgegangen war bereits die ABSAGE von Zelensky am Mineralien-Deal und somit auch dem US-Friedensplan. Dennoch hat sich Zelensky zur Gesprächsrunde mit Trump, Vance UND der versammelten Presse im Oval Office bereiterklärt. Es sollte dann auch noch eine anschließende Pressekonferenz im größeren Kreis stattfinden. Dass dann eben kein Kaffee und Kuchen gereicht wird, dürfte ihm klar gewesen sein.
Jetzt versetzt euch mal in Zelenskys Lage: Er hat gerade seinem größten Sponsor eine dicke Wurst auf den Küchentisch gesetzt und dessen wochenlangen diplomatischen Bemühungen untergraben, ohne eine Alternative zu bieten. Und was man will, sind stattdessen (wie gehabt) Geld und Waffen. Und die bitte bis zum Abwinken und geschenkt und direkt zum Mitnehmen. Schleifchen drum ist nicht nötig, wäre aber nett.
Das man mit Trump und Vance nicht einig ist? Geschenkt. Zelensky hätte durchaus auf diplomatischen Feinsprech zurückfallen können und Nettigkeiten austauschen, durch die Blumen zu wissen geben, dass man "in einigen Dingen anderer Ansicht ist" und Zuversicht äußern, dass man in den nächsten Tagen bei vertraulichen Gesprächen zu einem Ergebnis kommt. Das Meeting wäre dann eben eine Nullnummer gewesen, aber kein Aufreger.
Stattdessen hat er sich wie einen dummen Schuljunge vorführen lassen, die Gast- und Geldgeber im eigenen Heiligtum kritisiert und angegriffen, sich herablassend und überheblich verhalten und den trotzigen Rotzbengel raushängen lassen, der besser jetzt sein Fahrrad bekommt, weil er sonst anfängt zu heulen.
Waren die Aussagen von Trump und Vance, die Zelensky so in Rage brachten angemessen, richtig oder gerechtfertigt? War es geplant, den so außer Rand und Band zu bringen? Die Frage müsst ihr euch selbst beantworten.
Meine Meinung: Trump und Vance waren sicherlich zu Recht angepisst (Rubio - in erster Reihe sitzend KOCHTE sogar), dass Zelensky ihre Friedensbemühungen so hinterfotzig nach der bereits erteilten Zusage torpediert hatte. Die Zusage war es ja erst, die zum Meeting im Oval Office führte.
Was dann passierte, ist das Resultat der "transparentesten US-Regierung aller Zeiten" (deren Eigenwerbung). DAS Gespräch hätte mit oder OHNE Presse und Weltöffentlichkeit sicherlich genau so stattgefunden, oder wäre NOCH undiplomatischer über die Bühne gegangen. Zelensky war dumm und arrogant, dass nicht zu ahnen und sich dann auf der Weltbühne um Kopf und Kragen zu reden.
Er WOLLTE nicht bei Trump und Vance punkten, sondern bei jenen, welche die Ukraine bislang unterstützt haben. Sowohl in den USA, als auch in Europa. Trump und Vance störten da nur.
Und nun zu Wahrnehmung aus dem republikanischen Lager: Trump und Vance gehen nach dem Motto "America First" vor. Das hat man den Wählern versprochen und dafür ist man gewählt worden. Die Ukraine ist eine "Money-Sink" mit null "Return-of-Investment". Die Russen sind weit weg und vordringlich das Problem Europas. Man KANN und WIRD keine US Kampftruppen in die Ukraine schicken. Wenn der Rest der NATO das will? Sollen sie es selbst machen. Aber OHNE "Artikel 5"-Garantien. Denn: Die USA haben die ganzen "freeloader" und Schmarotzer der NATO lange genug auf ihrem Rockzipfel durchs Ziel geschleppt und trotz aller Ermahnungen, endlich erwachsen zu werden und bei der Hausarbeit mit anzupacken, ist man dafür ausgelacht und verhöhnt worden.
Darauf hat die derzeitige US-Administration keine Lust mehr. Die Ansage von Vance neulich in München war deutlich genug: "Wenn wir nicht die gleichen Werte teilen, macht eine Allianz keinen Sinn mehr." Da ging es sowohl um das Thema "freie Rede" / "Meinungsfreiheit", der Umgang mit demokratischer Opposition generell, aber auch um den Zustand der verkackten NATO, die selbst drei Jahre nach dem Schuss vor den Bug noch so tut, als ob man ein paar Brotkrumen in die Ukraine schieben kann und der "Lärm" im Vorgarten dann von alleine aufhört.
Zelenskys Gebaren im Weißen Haus waren darauf maximiert, den Status-Quo zu erhalten und er hat sich verzockt. Entweder war er schlecht beraten (Keir Starmer, Marcon, sonst wer?), oder strunzdumm, denn: "There is a new Sheriff in town!" und man ist entweder FÜR ihn, oder GEGEN ihn.
Prognose:
Die hektischen Sondersitzungen der letzten Wochen in Europa deuten es bereits an: Die EU braucht ein eigenes Militärbündnis. UND eigene Quellen für ALLE Waffen und Munition. Und das am besten gestern. Das wird so kackteuer, dass der "next best deal" eben ist, dass man die Vormachtstellung der USA akzeptiert und gefälligst endlich zu Potte kommt und seinen Teil zum Bündnis beiträgt. In vielen Dingen ist Europa eben so verdammt weit abgehangen, dass man 30 Jahre brauchen wird, um sowas wie die F-35 von Heute zu bauen. Selbst Tempest oder FCAS (die werden auch erst in 15 Jahren auf dem Hof stehen) werden da hinterher hinken, was die F-35 heute mit ihrem DASS und AESA heute schon kann. Aber bei den Themen AWACS, AEGIS, Cruise-Missiles, ABM, ASW und vielen anderen hat Europa NULL zu bieten, was brauchbar ist. Da hat man schon IMMER erwartet, dass die USA das entwickeln, bauen, kaufen und betreiben und nur wenn man Lust hat, beteiligt man sich ein WENIG mit daran oder kauft mal eine Kleinigkeit.
Da man (wie immer) in Europa nicht zu Potte kommt und generell nicht Entscheidungsfähig ist, wird die NATO mehr oder minder zum Stillstand kommen. Die US-Beteiligung wird sich maximal reduzieren und das Ding ist dann praktisch tot. Ggf. gehen die USA einzelne bilaterale Bündnisse mit einer "Koalition der Willigen" ein. Polen zum Beispiel, oder den Balten und nordischen Staaten. Im Prinzip ist da alles offen und denkbar.
Die USA konzentrieren sich auf sich selbst und auf den kommenden Kampf mit China. Und den müssen sie sowieso ohne den europäischen Teil der NATO ausfechten, weil KEINER von denen auch nur den Hauch einer Möglichkeit hat, da was nützliches beizutragen. Europa produziert nichts, was die USA brauchen und der Markt für US-Produkte in Europa wird weiterhin bestehen, denn ohne Zeugs aus den USA fällt in Europa alles zusammen. Was, wenn ihr morgen kein Microsoft, kein Adobe und kein Telco-Gear aus den USA habt? Selbst die BW muss dann wieder Faxe schicken, weil Email oder Teams nicht geht.
Man KÖNNTE spekulieren, dass hier gerade auf (un)diplomatischer Ebene von Trump und Vance die "Operation Shock and Awe" durchgeführt wurde. Die EU-Länder haben die Wahl: "Friss, Stirb oder fang selbst an zu kochen."
Mich berührt das nicht, von daher fällt es mir leicht zu sagen: Geschieht ihnen recht.
Klar, man kann auch sagen: Das was da heute im Oval Office passiert ist, war reinste "Amateur Hour". Das ist der Eindruck, den wohl auch nicht wenige bekommen haben. Aber das greift m. E. viel zu kurz und selbst wenn nicht alles nach Plan läuft oder gelaufen ist: Die USA werden sich definitiv nicht mehr verarschen lassen. Nicht für die nächsten 12 Jahre, denn wenn JD Vance so weiter macht, dann gewinnt er die nächste Wahl haushoch. Seine Konfrontation mit "Trotzkind" Zelensky zeigte deutlich: Er lässt sich nicht verarschen und das ist es, was Stimmen bringt. Obs einem gefällt oder nicht.
Was Ukraine angeht: An sich hat die EU nur die Wahl, "Butter bei die Fisch zu tun" und eben jetzt selbst und kräftig zu unterstützen. So dass man es auch merkt und es der Ukraine hilft. Oder man muss sich eingestehen, dass man es versemmelt hat und das bedeutet eben, dass die Russen mit Gebietsgewinnen davonkommen. Wie viel oder wie wenig ist entweder Verhandlungssache, oder entscheidet sich auf dem Schlachtfeld. Mit oder ohne Truppen aus dem Westen. Und letztere wird keiner schicken. Weil: So ernst meint man es mit der Solidarität eben auch NICHT. Ergo: Verlogene Bande von Dilettanten und Amateuren.
Meine Spekulation: Falls sich nichts grundlegend ändert, wird Zelensky wird in den nächste Tagen oder Wochen abtreten und es wird zu einem Verhandlungsfrieden kommen. Mir tun die Ukrainer leid und ich wünschte, sie hätten bessere Karten in die Hand bekommen.
Aber das hat sich eben keiner getraut, weil alle feige auf dem Rockzipfel eines senilen alten Opas saßen.
